Katzenkinder

Aller Anfang ist schwer! Denn Katzenwelpen sind "Nesthocker", d.h. sie werden blind und taub geboren und sind voll und ganz auf die Hilfe der Katzenmutter angewiesen. Ohne sie hätten die Kleinen keine Überlebenschance: sie ernährt die Welpen, putzt sie und hält sie schön warm, denn auch ihre Körpertemperatur können die kleinen Nesthocker noch nicht selbst regulieren.

In den ersten Lebenstagen orientieren sich die Katzenkinder ausschließlich über ihren Tast- und Geruchssinn. So finden sie auch den Weg zur Milchquelle. Die Hauptbeschäftigung der Neugeborenen ist Trinken und Schlafen. Dank der guten Muttermilch nehmen die Katzenbabys rapide zu. Wogen sie bei der Geburt noch nur 90 bis 110 g, verdoppeln sie in der ersten Woche dieses Gewicht nahezu. Und in den nächsten Wochen sollten die Kleinen 50 bis 100 g pro Woche zunehmen. Nach der ersten Lebenswoche erwachen allmählich ihre Sinne.

Als erstes öffnen sich die Augen und ab ca. dem 10. Lebenstag können die Welpen sehen. Sie haben alle blaue Augen, da diese noch nicht voll pigmentiert sind. Nach und nach entwickelt sich jetzt auch ihr Gehör und die ersten Milchzähne brechen durch.

Ende der zweiten Woche beginnen dann die ersten Gehversuche. Bis die Motorik völlig beherrscht wird, vergehen allerdings noch ein paar Wochen.

Mit gut einem Monat sind die Sinne der Jungkätzchen ausgereift, der Ernst des Lebens kann beginnen. Die Mutter muss den Kleinen nun alle Verhaltensweisen beibringen, die eine erwachsene Katze braucht.

Der Lernprozess funktioniert ganz einfach: die Katzenkinder schauen sich alles bei ihrer Mutter ab - vom Klettern und Anschleichen über das Benutzen der Katzentoilette bis zum Putzen. Und beim Balgen und Herumtoben miteinander werden Angriff, Abwehr, Flucht und Verfolgung geübt. Ab der fünften Lebenswoche findet die Phase der Sozialisierung statt. Die Welpen zeigen immer größeres Interesse an ihrer Umgebung. Haus und Garten, Menschen und andere Tiere werden neugierig wahrgenommen und erkundet. Die Erfahrungen, die die Kätzchen jetzt machen, prägen ihre Persönlichkeit und bestimmen ihr späteres Verhalten. Spielerisch trainieren sie das Verhaltensrepertoire einer erwachsenen Katze und lernen das "Katzen-Einmaleins", das so wichtig für das Zusammenleben mit Mensch und Tier, vor allem mit anderen Katzen ist.

Während der Sozialisierungsphase löst sich die enge Mutter-Kind-Beziehung langsam auf. Nach und nach werden die jungen Katzen auf ihre Selbständigkeit vorbereitet, es beginnt die Phase der Entwöhnung. Die Welpen können jetzt auch bereits feste Nahrung zu sich nehmen und werden neugierig das angebotene Welpenfutter (hochwertig und kalorienreich!) ausprobieren. Zum Angewöhnen mischt man dem festen Futter Katzenmilch zu, bis ein Brei entsteht. Von diesem Brei streicht man den Jungen etwas um die Lippen. Vorsicht, dass nichts in die Nase kommt! Beim Ablecken kommen die Katzenkinder dann schnell auf den Geschmack. Man mischt nun nach und nach weniger Milch in den Brei, bis die feste Nahrung auch so aufgenommen wird.

Während Laktation und Wachstum sollte man ad libitum oder mindestens in drei täglichen Rationen füttern, damit Mutter und Welpen soviel fressen können wie sie wollen. Mit 10 bis 12 Wochen sind die Jungkätzchen dann so selbständig und selbstbewusst, dass sie von ihrer Katzenfamilie getrennt werden und ihr neues Zuhause beziehen können. Sicherlich wird es noch ein bis zwei Tage Heimweh geben, aber schnell wird die Neugier siegen und voller Tatendrang die neue Familie in Beschlag genommen. Zu früh entwöhnte Kätzchen lernen langsamer, sind misstrauischer, scheuer und oft aggressiver. Ganz wichtig für die optimale körperliche Entwicklung ist das regelmäßige Entwurmen ab der zweiten Lebenswoche. Im Abstand von 14 Tagen sollte gegen Spulwürmer behandelt werden, mit denen sich die Katzenwelpen über die Muttermilch infizieren. Während der ersten Lebenswochen sind die Kleinen durch die mütterlichen Antikörper geschützt, deren Wirkung aber bis zur achten Lebenswoche stark nachlässt. Deshalb steht jetzt der erste Tierarztbesuch an. Ihr Tierarzt wird die Katzenkinder gründlich untersuchen und sie dann zum ersten Mal impfen, damit sie ihren eigenen Impfschutz aufbauen können. Er berät Sie auch gerne, auf was Sie bei der Welpenaufzucht achten müssen und hilft Ihnen, Mutter und Kinder topfit zu halten.